National Geographic Binocular Cam
Toy Cameras mit Tele- oder Zoomobjektive sind so gut wie nicht zu finden, sieht man mal von einigen schon lange nicht mehr erhältlichen Tele-Einwegkameras oder Modellen wie der Tele Shot Zoom ab, die nur einen sehr geringen Zoombereich von 30-55 mm aufweisen können. Brennweiten zwischen 28 und 35 mm sind im Bereich der billigen Plastikknipsen der Standard. Eine große Ausnahme ist hier die National Geographic Binocular Cam.
Die Binocular Cam vom National Geographic Magazine ist ein Kinderfernglas mit integrierter Halbformatkamera komplett aus Plastik und wurde 2002 auf den Markt gebracht. Das Halbformat ermöglicht die doppelte Anzahl an Aufnahmen pro Kleinbildfilm und eine kompaktere Bauweise. Die Kamera sitzt samt Aufnahmeobjektiv mittig zwischen den beiden Ferngläsern. Bedingt durch die Bauart der Kamera erhält man Bilder im Querformat anstatt der bei den meisten Halbformatkameras üblichen hochformatigen Aufnahme. Auch der besonderen Konstruktion geschuldet ist das Rückspulrad, das anstelle einer Kurbel verbaut wurde.
Die Kamera hat neben ihrem äußerst ansprechenden Design ein sehr solide gefertigtes Gehäuse und lässt sich trotz der Tatsache, dass sie für Kinder gedacht ist, mit erwachsenen Händen einfach bedienen. Die Fernglassucher sind für „Große“ selbstredend zu klein; ich als Brillenträger kann allerdings nirgendwo richtig durchgucken und erfahrungsgemäß entsprechen die Sucher der allermeisten Billigkameras sowieso nur 75% der Brennweite.
Ich hatte die Fernglaskamera natürlich in einem Zoo ausprobiert, mit den damals für unglaubliche 90 Cent verschleuderten Rossmann HR 200 Filmen (=Fuji). Interessant sind die Abdunkelungen an den linken und rechten Bildrändern, die irgendwie unecht aussehen. Das Fotolabor belichtete wie üblich immer zwei Aufnahmen auf einen 10x15 Abzug.
Der Strauß war dann doch zu nah dran, er musste für mich erst den Kopf senken, damit er auf das Foto passt.
Informationen über die Kamera im Internet sind dünn gesät, vor allem zur Brennweite lassen sich keine genauen Angaben finden. Kamera und Verpackung geben hierzu keine Auskunft und eine Bedienungsanleitung war im Karton leider nicht (mehr) vorhanden. Ich schätze die Brennweite auf ca. 80 mm, bezogen auf das volle Kleinbildformat 24 x 36 mm; ist damit also auch nur ein leichtes Tele, aber im Toy Camera Bereich gibt es wie Eingangs bereits bemerkt ohnehin kaum Alternativen.
Problematisch ist nur der Bezug. Vermutlich war die Kamera in Deutschland nie erhältlich, obwohl es eine deutschsprachige Ausgabe der Zeitschrift gibt. Anders sah es auf der amerikanischen eBay-Plattform aus, dort konnte ich 2014 ein Exemplar mit Original Verpackung für umgerechnet 21,83 Euro ergattern - ein wahres Schnäppchen!
Ich kann die National Geographic Binocular Cam nur wärmstens empfehlen. Die „Bino Cam“ ist ein Plastikspekuliereisen vom Feinsten! Mit ihrer langen Telelinse wird sie zum fehlenden Teil im Puzzle und ergänzt die Toy Camera Ausrüstung bestens. Also, Daumen hoch für diese Kamera!
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