Zum Neujahr
Eine Anmerkung.
Die letzten zwei Kleinbildfilme, die ich im Dezember zur Entwicklung im Drogeriemarkt abgegeben hatte, haben vom Labor einige unangenehme lange Kratzer auf den Negativen hinzugefügt bekommen. Naja, das ist völlig üblich, könnte man jetzt sagen. Ich habe schon so manche labortechnischen Eskapaden erlebt in den letzten zweieinhalb Jahrzehnten, deswegen ist das nun für mich keine böse Überraschung, sondern eher ein längst überfälliger Routinezwischenvorfall. Wenn man häufig Filme über den Drogeriemarkt zum Großlabor sendet, sollte man Beschädigungen oder sogar kompletten Verlust immer mit einkalkulieren. Das Preis-Leistungsverhältnis ist aber trotzdem unschlagbar, wenn man bedenkt, dass bei einigen Anbietern die Filmentwicklung inklusive Scans und Abzüge für knapp unter sechs Euro (!) angeboten werden.
Aber, zerkratzte und verdreckte Negative sind, wie es den Anschein hat, total cool, denn das ist so richtig analog! Analoger geht's dann auch nicht mehr. Also können wir fast schon froh sein, dass die oben genannten Labore mit ihrer „besonderen“ Qualität (immer noch) existieren... oder?
Viele tolle Bilder analogen Ursprungs im Netz, zum Beispiel bei flickr, werden durch Schmutz und Kratzer leider völlig abgewertet. Ich bekomme den Eindruck, dass für manche User jedoch genau das als Hinweis auf die nicht-digitale Herkunft dient. Dreck als Analogbeweis ist völlig hirnrissig, denn ein gescanntes Bild ist ein digitales Bild! Egal ob dreckig oder nicht, es wird nie analog sein, so lange es sich irgendwo als Pixelmasse auf der Festplatte befindet. Ich kann nicht verstehen wie die Leute das gut finden können, bzw. überhaupt hochladen? Oft liegt es noch nicht einmal an verunreinigten Negativen, sondern eher an versifften Flachbett-Scannern, die noch nie einen Lappen zu sehen bekommen haben. Ich spreche da aus eigener Erfahrung; die Dinger ziehen unentwegt Staub an.
Also Leute, es gibt Reinigungsmittel, und in den meisten Programmen Stempelwerkzeuge zur Retusche, ist halt nur aufwändiger.

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