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Last Camera mit 22 mm Weitwinkelobjektiv
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Die Last Camera war tatsächlich die letzte von Power Shovel entwickelte Kamera, zumindest was den analogen Bereich anging. Es folgten noch die Digital Harinezumi 4 und die ebenfalls digitale Sun & Cloud, dann war ganz Schluss mit coolen Knipsapparaten aus Tokyo.
Die Last Camera ist eine Selbstbaukamera für den Kleinbildfilm und war damals 2012 eigentlich nichts neues, denn mit dem sogenannten Planmodel, basierend auf dem Vivitar IC 111 Gehäuse, hatten die Japaner ein ähnliches Produkt schon lange im Angebot. Die Last Camera bot mit ihren beiden Wechselobjektiven allerdings eine Besonderheit und war deshalb für mich ein Kauf wert.
Ich musste die Last Camera noch direkt aus dem Headz Shop in Japan importieren, später konnte man sie auch in Deutschland beziehen. Die Montage war recht einfach, lediglich die winzigen Federn einsetzen gestaltete sich als etwas anspruchsvoller. Hier war eine ruhige Hand gefragt, denn die neun Federn, die u. a. für den Verschlussmechanismus sorgen, sind für die Kamera von elementarer Bedeutung. Ein Verlust hätte die Kamera unbrauchbar machen können. In einem YouTube-Video (nicht mehr online) bauten Kinder diese Kamera innerhalb von 1,5 Stunden zusammen, bei mir dauerte es etwa doppelt so lang.
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| Last Camera, die Montage |
Die eingangs erwähnten Wechseloptiken sind relativ leicht zu tauschen, es müssen dafür allerdings jedes Mal die drei als Verkleidung dienenden Frontplatten abgenommen werden. Der Wechsel kann nur ohne Film erfolgen, da die Kamera keinen eigenen Verschluss besitzt. Der sitzt nämlich in den Objektiven. Der Verschluss lässt sich sogar sperren, um ungewollte Aufnahmen zu verhindern. Eine sehr sinnvolle Sache, denn der Auslöser ist recht empfindlich und löst schon bei einer leichten Berührung aus. Die Arretierung dafür sitzt oben, fast mittig, auf dem Kameragehäuse. Der leicht bläulich schimmernde Sucher ist für beide Brennweiten ausgelegt und deckt wie bei fast allen Focus Free Fotoapparaten üblich nur Dreiviertel des Bildfeldes ab. Es empfiehlt sich daher grundsätzlich immer zwei bis drei Schritte näher an das Motiv zu gehen.
Leider kommt die Last Camera nicht völlig ohne Einschränkungen aus. Es fehlt der Hot Shoe für Blitzgeräte und das Bildzählwerk stellt sich beim Öffnen der Kamera nicht selbsttätig auf null zurück. Man muss es jedes Mal händisch zurückdrehen. Auch ist keine Langzeitbelichtung möglich - ein Stativgewinde ist jedoch vorhanden. Dafür war neben der regulären Rückklappe dem Bausatz eine zweite sog. „light leak back door“ beigelegt. Diese hat, verdeckt durch einen kleinen Schieber, ein winziges Loch und verursacht die bei vielen beliebten Lichteinfälle. Wer das nicht möchte, macht einfach den Schieber zu oder verwendet die normale Rückklappe.
Insgesamt betrachtet war der Last Camera Bausatz eine nette Sache, freilich besonders für Jemanden mit Freude an der Bastelei, aber auch der Wechseloptik wegen. Das Design hatte man absichtlich recht schlicht gehalten, um der weiteren kreativen Betätigung wie bemalen, bekleben etc. Freiraum zu bieten. Darüber hinaus konnte man durch die Montage eine Menge über das Innenleben einer billigen Knipse lernen. Schade, dass die Last Camera nicht mehr in Produktion ist.
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Last Camera mit 45 mm Objektiv
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