T-312

Die T-312 ist ein weiteres Beispiel warum es sich lohnt regelmäßig (und oft mühsam) die großen Müllhaufen im Internet zu durchwühlen.

Die T-312 sieht nicht unbedingt spektakulär aus, kostete mir auch nicht die Welt, ist dafür aber mit einer 24 mm Weitwinkellinse ausgestattet. Und solche kurzen Brennweiten sind eher selten in der Welt der plastikmäßigen 35 mm Focus Free Kameras, schon gar nicht in so einem robusten Gehäuse wie es bei der T-312 der Fall ist.  

Die T-312 könnte auf dem Gehäuse der Weltbild Kamera basieren, bestehen doch hier und da gewissen Ähnlichkeiten, aber nur wenn man genau hinschaut. Die Optik ist definitiv eine andere. Die 24 mm Linse weist die für diese Brennweite typischen Verzerrungen zu den Bildrändern auf, genauso ist in den Ecken ein Lichtabfall („Vignettierung“) zu beobachten, der allerdings für diese Billigklasse recht gering ausfällt. Der Test mit einem Ilford XP2 Super Schwarzweißfilm verlief ohne Probleme; die äußerst solide Kamera funktionierte dabei einwandfrei.


Als ein passionierter Schönwetterknipser, der ich ja nun einmal bin, habe ich auch bei dieser Kamera das eingebaute Blitzlicht nicht ausprobiert.

Schade, dass man bei der Namensgebung erneut sehr unkreativ gewesen war, denn T-312 hört sich eher wie eine interne Modellnummer an. Freilich ist das immer noch besser als gar keine Bezeichnung, wie es nur allzu häufig vorkommt. Nichtsdestotrotz ist die T-312 ein toller Fotoapparat, der außerdem eher selten auf den einschlägigen Plattformen im Netz zu finden ist.


Nachtrag, 5. Januar 2025:

Zwischen den Jahren konnte ich ein zweites Exemplar der T-312 erstehen. Wie der Verpackung zu entnehmen ist, ist die Kamera also von AGFA. Zeitlich lässt sich die T-312 auf die frühen 2000er-Jahre datieren, denn das zu-entwickeln-bis-Datum auf den Filmschachteln lautet 01/05. Also ein Produkt aus der Endphase der guten alten Zeit. Schade, dass die T-312 kein AGFA Rhombus trägt. Die Verpackung erklärt auch warum die Kamera meist ohne selbige zu finden ist: Wie soll man so ein verdammtes Plastikdings vernünftig öffnen und wer bewahrt so etwas anschließend auf? Kameras einschweißen ist die schlimmste Art und Weise der Verpackung, wurde bei Billigknipsen aber leider oft genug gemacht. Denn letztendlich wollte AGFA nur die Filme verkaufen, der Fotoapparat war da nur ein Mittel zum Zweck. 

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