e-gear see:camera

Ein wenig überrascht stellte ich im Januar letzten Jahres fest, dass eine auf dem Vivitar Ultra Wide & Slim Modell basierende Kamera mit eingebautem Blitzlicht existiert. Zufällig stöberte ich die e-gear see:camera bei einem amerikanischen Anbieter auf und zögerte nicht sie sofort zu bestellen. Für umgerechnet 30 Euro, inklusive Versand- und Zollkosten, war das für mich noch ganz o.k. Schließlich wurde der Fotoapparat in ungeöffneter Originalverpackung mit Film und (ausgelaufener) Batterie angeboten. Leider trägt die blau-transparente see:camera (see:through camera wäre hier eigentlich passender) selbst keinen Namen, dieser steht nur auf der Verpackung (s. u.).

Hauptunterschied zur eben genannten Vivitar ist natürlich das transparente Gehäuse an sich, das bedingt durch Blitzlicht und Batteriefach einiges größer ausfällt. Auf der Vorderseite sticht sofort der Linsenschutz ins Auge, mit dem man auch das Blitzlicht aktiviert. Der Sucher scheint im Vergleich geringfügig kleiner zu sein, was ein Stück weit ärgerlich ist, sind doch die Sucher aller billigen Focus Free Kameras in der Regel viel zu klein. Völlig identisch sind aber die 22 mm Weitwinkellinse und der von der Vivitar Ultra Wide & Slim bekannte Bildlook, ebenso ist die Filmkammer recht knapp bemessen. Summa summarum: Die Linse der see:camera ist zwar unverändert „Ultra Wide“, aber das Gehäuse nicht mehr ganz so „Slim“.




Anhand des enthaltenen Kodak Max Versatility 400 Film (=Ultramax 400) kann man die see:camera auch grob zeitlich einordnen. Das Develop Before-Datum lautet auf Oktober 2004; somit ist die Kamera Anfang der 2000er Jahre in den Handel gekommen. Das passt auch zur originalen Vivitar Ultra Wide & Slim, die sich im gleichen Zeitraum als Werbegeschenk, ihrem vermutlichen einzigen Verwendungszweck, im Umlauf befand. Für wie lange sie im Handel erhältlich war, und ob sie möglicherweise auch schon in den Neunzigern verkauft wurde, lässt sich dagegen nur spekulieren. 


Von meiner üblichen Gewohnheit abweichend kann ich hier sogar eine Blitzlichtaufnahme zeigen. Denn wie schon häufig erwähnt benutzte ich als Tageslichtknipser Blitzlichter eigentlich so gut wie nie (ein Umstand den ich durchaus mal überdenken sollte!). Blitzlicht und Weitwinkellinse ergeben natürlich nur im Nahbereich einen Sinn; ideal für „Selfies“ bei ungünstigen Lichtverhältnissen könnte man jetzt sagen, obwohl man diesen Quatsch in der heutigen ausufernden Form damals sicherlich noch gar nicht kannte. Allerdings ermöglicht das eingebaute Blitzlicht auch Aufnahmen in Innenräumen sowie draußen bei zu geringem Licht und erweitert dadurch den Einsatzbereich dieser Kamera enorm.    
 
Wie gesagt, es ist schade, dass die Kamera selbst nicht mit einer Modellbezeichnung versehen wurde, dennoch ist die e-gear see:camera eine absolute Bereicherung für die Sammlung, denn sie hat schon den Status einer Seltenheit (von einer Rarität sollte hier noch keine Rede sein). 
 

 
Nachtrag Dez. 2025: Der gleiche Anbieter nutzte den Namen see:camera auch für ein anderes Kameramodell, siehe camera-wiki.  
Außerdem: Die see:camera wurde von Reto als Reto Pano neuaufgelegt.

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