Braun Handy
Von der Marke Braun waren in den 90er- und 2000er- Jahren verschiedene Kameras unter dem Etikett „Handy“ (nicht zu verwechseln mit der parallel laufenden „Candy“ Serie) erhältlich, diese oft in mehreren Farbausführungen. Mir bekannt sind acht unterschiedliche Modelle, darunter auch solche mit motorisiertem Filmtransport, die ich beginnend mit diesem Blogpost vorstellen möchte. Eine große Ausnahme in dieser Beitragsreihe bildet die Handy MB-AF, ein Modell mit Autofokus.
Die Firma Braun ist ein altes deutsches Foto-Unternehmen, das bereits 1915 als Karl Braun KG in Nürnberg gegründet wurde und eigene Kameras und Diaprojektoren herstellte. Die heutige Braun Photo Technik GmbH konzentriert sich auf den Vertrieb von allerlei Fotozubehör und hat erstaunlicherweise immer noch zwei Diaprojektoren im Sortiment. Verwechseln darf man Braun aus Nürnberg allerdings nicht mit der Braun GmbH aus Kronberg, bekannt vor allem durch ihre Rasierapparate. Diese Firma hatte früher verwirrenderweise auch Fotoprodukte im Programm; herausstechend war hier insbesondere die stylische Braun Nizo Schmalfilmkamera.
Das Modell Nr. 1, schlichtweg „Handy“ genannt, ist schon vor 1992, möglicherweise bereits Ende der 80er-Jahre auf den Markt gekommen und baugleich z. B. mit der Hanimex IC500 oder Vivitar EZ35. Dieses erste Modell hat deutliche Ähnlichkeiten mit den Kameras der PC-606-Familie, scheint aber sozusagen eine Art Qualitätsversion zu sein. Die 35 mm Linse ist offenbar von höherer Güte, recht scharfzeichnend, ohne nennenswerte Bildstörungen, und das Gehäuse insgesamt wertiger. Als kleine Besonderheit fehlt bei diesem Fotoapparat die Aufnahmespule für den Film - es klappt erstaunlicherweise auch ohne. Nach meinem Kenntnisstand wurde die Braun Handy nur in schwarzer Gehäusefarbe aufgelegt.
Nachfolgend zwei Beispielbilder von Ende 2014, fotografiert auf dem damals von mir wohl meistbenutzten Farbnegativfilm, dem Rossmann HR 400 (hergestellt von Fujifilm), der jahrelang für unfassbare 2,69 Euro pro Dreierpack (!) verramscht wurde. Das ist aus heutiger Sicht unvorstellbar, zeigt aber auch, auf welchen enormen Lagerbeständen die Hersteller seinerzeit noch gesessen haben mussten.



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